Pomade ist eines der ältesten Stylingprodukte überhaupt, und die Geschichte dahinter ist mindestens genauso interessant wie das Produkt selbst. Von zerdrückten Äpfeln bis hin zu Bärenfett und von der gehobenen Gesellschaft bis zur glatten Pompadour-Frisur von Elvis Presley: In diesem Blog nehmen wir dich mit auf eine Reise durch die faszinierende Geschichte der Pomade.
Warum heißt Pomade eigentlich „Pomade“?
Der Name „Pomade“ kommt vom französischen Wort pommade, was Salbe bedeutet. Dieses Wort wiederum stammt vom lateinischen pomum (Apfel) über das italienische pomata. Trotzdem wurde Pomade nie wirklich aus Äpfeln hergestellt: Die ersten Pomaden basierten auf Fett, dem zerdrückte Äpfel hinzugefügt wurden, um dem Produkt einen angenehmen Duft zu verleihen. Der Apfel sorgte also für den Duft, nicht für die eigentliche Basis des Produkts. Als sich die Rezeptur im Laufe der Zeit veränderte, verschwand der Apfel vollständig aus der Zusammensetzung. Der Name ist jedoch bis heute geblieben.
Woraus wurde Pomade früher hergestellt?
Im 18. und 19. Jahrhundert veränderte sich die Rezeptur von Pomade deutlich. Die Basis bestand zunehmend aus tierischem Fett, wobei vor allem Bärenfett beliebt war. Bärenfett galt als besonderer Inhaltsstoff und wurde aufgrund der Eigenschaften verwendet, die man ihm bei der Pflege und beim Styling der Haare zuschrieb. Das Fett machte das Haar geschmeidig, verlieh ihm natürlichen Glanz und half dabei, es in Form zu halten.
Da Bärenfett selten und kostspielig war, war Pomade mit Bärenfett vor allem der gehobenen Gesellschaft vorbehalten. Deshalb entstand der Bedarf nach günstigeren und leichter verfügbaren Alternativen. Schweinefett, auch als Schmalz bekannt, erwies sich dafür als praktische Wahl. Es war deutlich leichter erhältlich, vergleichsweise günstig und besaß genau die fettigen Eigenschaften, die benötigt wurden, um das Haar geschmeidig zu machen, ihm Glanz zu verleihen und es zu stylen.
Diese Herkunft ist übrigens noch heute sichtbar: Die Marke Reuzel hat noch immer ein Schwein auf ihrer Verpackung, als Anspielung auf diese Geschichte.
Die Pomaden von damals waren natürlich ganz anders als die Produkte, die wir heute kennen. Sie waren fettiger, schwerer und hatten oft einen ausgeprägten Geruch. Dennoch legten diese Rezepturen den Grundstein für die Pomaden, die im 19. und 20. Jahrhundert immer weiterentwickelt wurden. Die Kombination aus Fett, Duftstoffen und anderen Inhaltsstoffen war der erste Schritt hin zu den Stylingprodukten, die später weltweit beliebt werden sollten.

Der Aufstieg der Pomade im 20. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert veränderte sich die Herstellung von Pomade deutlich. Die Industrie setzte zunehmend auf günstige und leicht verfügbare Inhaltsstoffe. Eine Kombination aus Bienenwachs und Vaseline, auch als Petroleum Jelly bekannt, ersetzte die zuvor häufig verwendeten tierischen Fette. Dadurch wurde Pomade nicht nur günstiger in der Herstellung, sondern auch für eine viel größere Gruppe von Männern zugänglich.
In den 1920er- und 1930er-Jahren entwickelte sich Pomade zu einem festen Bestandteil der täglichen Haarpflege. Marken wie Murray's, Sweet Georgia Brown, Royal Crown Hair Dressing und Dixie Peach wurden immer bekannter und machten Pomade einem breiten Publikum zugänglich. Die Produkte waren vor allem wegen ihres starken Halts und des charakteristischen Glanzes beliebt, mit dem sich das Haar glatt und gepflegt stylen ließ.
Auch die Frisurentrends dieser Zeit trugen zur wachsenden Beliebtheit von Pomade bei. Glatte Seitenscheitel, nach hinten gekämmtes Haar und andere gepflegte Frisuren wurden immer populärer. Pomade war dafür das ideale Stylingprodukt: Sie sorgte für Kontrolle und Glanz und hielt das Haar den ganzen Tag in Form. Damit entwickelte sich Pomade von einem Luxusprodukt zu einem alltäglichen Bestandteil der Grooming-Routine vieler Männer.
Elvis und der Rock-'n'-Roll-Look
Der weltweite Durchbruch der Pomade kam in den 1950er-Jahren mit dem Aufstieg der Rock-'n'-Roll-Kultur. Und wenn es eine Person gibt, die untrennbar mit dem klassischen Pomade-Look verbunden ist, dann ist es Elvis Presley. Sein charakteristisches schwarzes Haar, die hohe Pompadour-Frisur und die glatt nach hinten gestylten Seiten wurden zu einem wichtigen Teil seines Looks. Die Frisur war auffällig, gepflegt und gleichzeitig rebellisch und passte damit perfekt zu dem Image, mit dem Elvis damals ein junges Publikum begeisterte.
Für diesen ikonischen Look war Pomade unverzichtbar. Das Produkt verlieh dem Haar den Glanz, Halt und die Kontrolle, die nötig waren, um die Pompadour den ganzen Tag in Form zu halten. Elvis machte damit nicht nur Musik, sondern beeinflusste auch den Stil einer ganzen Generation. Jugendliche übernahmen seine Frisur und Pomade wurde immer stärker mit Rock-'n'-Roll, Jugendkultur und der klassischen amerikanischen Barbershop-Kultur verbunden.
Der Einfluss von Elvis ist bis heute sichtbar. Die Pompadour, der Slick Back und andere klassische Frisuren aus dieser Zeit sind wieder beliebt und nach wie vor ein wichtiger Bestandteil der modernen Barbershop-Kultur. Was einst lediglich dazu diente, das Haar in Form zu halten, wurde zu einem festen Bestandteil eines kompletten Styles.
Das Comeback der Pomade
Nach dem Aufstieg von Gel und anderen modernen Stylingprodukten geriet Pomade eine Zeit lang etwas in den Hintergrund. In den letzten Jahren ist das Produkt jedoch wieder voll zurück. Das Comeback klassischer Frisuren wie Pompadour, Slick Back und Side Part sowie das Wachstum der Old-School-Barbershop-Kultur haben Pomade wieder populär gemacht.
Auch die Entwicklung von Pomaden auf Wasserbasis spielt dabei eine Rolle. Diese modernen Varianten bieten den Halt und die Stylingmöglichkeiten traditioneller Pomade, lassen sich aber deutlich leichter aus dem Haar auswaschen. Dadurch ist Pomade nicht nur bei Liebhabern klassischer Frisuren beliebt, sondern auch bei Männern, die ihr Haar täglich gepflegt, stilvoll und perfekt in Form tragen möchten.
Du möchtest wissen, was Pomade genau ist, welche Arten es gibt und wie du sie verwendest? Dann lies unseren Blog darüber, was Pomade ist.
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